Herbstdienstversammlung der Kreis- und Stadtbrandräte sowie -inspektoren Oberbayerns am 15.10.2021 in Wallgau

16. Oktober 2021
Die Regierung von Oberbayern hat die Kreis- und Stadtbrandräte und -inspektoren Oberbayerns zur Herbstdienstversammlung nach Wallgau südlich des Walchensees eingeladen.

Diese Dienstversammlungen werden zweimal jährlich durch die Regierung von Oberbayern veranstaltet. Eingeladen sind immer alle Kreis- und Stadtbrandräte und sowie alle Kreis- und Stadtbrandinspektoren. Die höchsten Feuerwehr-Führungskräfte werden in diesem Rahmen unterrichtet über alle aktuellen Themen, sowohl vergangene als auch künftige.

Die etwa 90 Teilnehmer wurden begrüßt vom Leiter der Abteilung „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ in der Regierung von Oberbayern, Herrn Leitenden Regierungsdirektor Karl Traunspurger.

Grußworte wurden gesprochen von Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sander, dem Ersten Bürgermeister der Gemeinde Wallgau, Bastian Eiter, und dem Landrat des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, Anton Speer. Ein weiteres Grußwort kam vom neuen Präsidenten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Manfred Hauser. Er betonte besonders die gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei und den Feuerwehren, thematisierte aber auch kurz die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte. Diese darf von den Feuerwehrleuten nicht hingenommen werden, etwaige Vorfälle sollen und müssen sofort von den Betroffenen über ihre Kommandanten an die Polizei gemeldet werden.

Als Vertreter des Bayerischen Staatsministerium des Inneren sprach Ministerialrat Matthias Ott, der Leiter des Sachgebiets ID2. Matthias Ott ist Kommandant der Feuerwehr Iffeldorf und KBM im Landkreis Weilheim-Schongau, kennt also ganz genau die Sorgen und Nöte der Freiwilligen Feuerwehren Oberbayerns. Er berichtete von den verschiedenen Initiativen des StMI für die Mitgliederförderung, -gewinnung und -bindung.

Wichtig für die Feuerwehren sind auch die Fördermaßnahmen des Freistaats Bayern für Fahrzeuge, Gerätehäuser und Ausrüstungsteile, sowie der weitere Ausbau der Kapazitäten der Staatlichen Feuerwehrschulen in Regensburg, Würzburg und Geretsried. Besonders erwähnenswert ist, dass 2022 an den Feuerwehrschulen nur die sogenannten systemrelevanten Kurse Gruppenführer, Zugführer, Verbandsführer, Leiter einer Feuerwehr, Drehleiter-Maschinist, Gerätewart und Jugendwart stattfinden sollen. Gleichzeitig wurde die Ausbildungskapazität erhöht durch kürzere Sommerpausen und den Zukauf von Unterbringungskapazitäten außerhalb der Feuerwehrschulen für stärkere Kurse.

Das Staatsministerium des Inneren setzt bei der Bevölkerungswarnung künftig auf viele, teilweise ganz unterschiedliche Wege: Sirenen, Fahrzeuge für Warndurchsagen, die Aufschaltung auf digitale Werbetafeln, Twitter, Warn-Apps, um nur einige zu nennen. Besonderen Wert wird man legen auf Push-Nachrichten und eine Möglichkeit, die Menschen in den Nachtstunden auch zu wecken. Die Zahl der Sirenen soll gegenüber dem heutigen Bestand auf 26.000 Stück verdoppelt werden. Dieser Ausbau wird ergänzt durch eine Kampagne für die Öffentlichkeit, in der man vermitteln möchte beziehungsweise muss, was die verschiedenen Sirenensignale bedeuten.

Johann Eitzenberger, der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands Bayern, referierte u.a. über die bevorstehende Überarbeitung der Zuwendungsrichtlinien für Fahrzeuge und Ausrüstung. Noch in den Kinderschuhen stecken die Überlegungen zu einem speziellen Waldbrandlöschfahrzeug.

Am 24. September 2022 wird die 1. Lange Nacht der Bayerischen Feuerwehren stattfinden, die die Feuerwehren für eine öffentlichkeitswirksame Darstellung nutzen sollen.

Ein ganz anderes Projekt ist das von der Versicherungskammer Bayern finanzierte Argo 8x8: Ein kleines vierachsiges allradgetriebenes und schwimmfähiges Amphibienfahrzeug, das vielleicht im Rahmen von Hochwassern oder Einsätzen am und im Wasser von großem Nutzen sein kann. Aktuell wird ein solches Fahrzeug für den Feuerwehrdienst getestet. Landkreise, die den Argo 8x8 mittesten wollen, können sich an den Bezirksfeuerwehrverband wenden.

Dr. Rene Mühlberger, der Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg, referierte über die bereist erwähnte Intensivierung der Ausbildung im Jahr 2022 und kündigte umfangreiche Personal-Neueinstellungen an: Alleine an der SFS Geretsried wurden zuletzt 24 neue Stellen geschaffen. Nicht weniger interessant waren seine Schilderungen zu einem neuen Kurs mit dem Thema „Brandbekämpfung in Tunnelanlagen“, das in Zusammenarbeit mit der International Fire Academy, IFA, in der Schweiz veranstaltet wurde.

Der Tag wurde abgeschlossen mit einer sehr bewegenden Schilderung der Einsätze der oberbayerischen Katastrophenschutz-Kontingente im Ahrtal in Rheinland-Pfalz. Christoph Münch von der Regierung von Oberbayern sowie die Kreisbrandräte Martin Lackner (Lk Eichstätt) und Franz Bründler (Lk Dachau) berichteten von diesen – auch für Feuerwehrleute, die schon viel erlebt haben – sehr herausfordernden Einsätzen.