Bericht: Herbstdienstversammlung 2026 der Stadt- und Kreisbrandräte und -inspektoren
Zur Eröffnung begrüßte Regierungspräsident Dr. Konrad Schober die anwesenden Kreis- und Stadtbrandräte und -inspektoren der Landkreise und Städte Oberbayerns. Er betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und die jederzeitige Unterstützung der Feuerwehren durch die Regierung. Dr. Schober war ja selbst lange Mitglied seiner örtlichen Feuerwehr und kam über diese Tätigkeit in den Staatsdienst.
Ein weiteres Grußwort hielt die Polizeipräsidentin des PP Oberbayern Nord, Kerstin Schaller. Sie berichtete von Einsätzen, in denen die Feuerwehren und die Polizei eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie sieht die Feuerwehren und die Polizei als einen Teil der großen Blaulichtfamilie und bittet, dass Aggressivität oder gar Gewalt gegen Einsatzkräfte sofort zur Anzeige gebracht werden.
Durch die Sitzung führte der Leiter des Sachgebiets 10, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Jan Knopp. Den ersten Vortrag hielt aber Katharina Böswirth, die zur Lehrgangsverteilung an den Staatlichen Feuerwehrschulen für das Jahr 2027 referierte. Für das nächste Jahr wurden noch mehr potentielle Lehrgänge bei den Feuerwehren abgefragt, wovon man sich eine noch bessere Verteilung der verfügbaren Plätze erhofft. Dass auch die kommenden Jahre der Bedarf größer ist als das Angebot, wird von allen Beteiligten erkannt. Mit Bau- und Erweiterungsmaßnahmen versucht man auch, die Kapazitäten zu erhöhen. Deutlich positiver ist der Stand bei den staatlichen Förderungen: Praktisch alle beantragten Fördergelder werden zeitnah an die Kommunen ausgezahlt.
Aus dem Landesamt für Bevölkerungsschutz berichtete Oberregierungsrat Dr. Michael Welnhofer. Das LfB ist jetzt im StMI eingerichtet. Das Sachgebiet D5 für Feuerwehr und das Kaminkehrerwesen bearbeitet u.a. die Themen Recht und Organisationen der Feuerwehren, Förderung des Feuerwehrwesens, die Staatlichen Feuerwehrschulen und das Thema Ausbildung, den vorbeugenden Brandschutz, die Feuerwehrbedarfsplanung, Angelegenheiten des Feuerwehrerholungsheims, die Alarmierungsplanung und die Koordination und Fortentwicklung des Ehrenamts im Bevölkerungsschutz.
Dr. Rene Mühlberger, der Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried, schilderte die Entwicklungen an seiner Einrichtung. Besonders die Übernahme von Mitarbeitern durch das neu aufgestellte LfB stellte die Schule vor Herausforderungen, die aber weitgehend gelöst werden konnten. Im Verzug ist der Neubau des Wirtschaftsgebäudes, das aber im 3. Quartal 2027 in Vollbetrieb gehen soll. Das bestehende Unterkunftsgebäude benötigt eine Generalsanierung. Die höhere Bettenzahl erfordert letztendlich auch mehr Lehrsäle, weswegen die Planungen bis 2040 reichen.
Der örtlich zuständige Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier schilderte im Anschluss die Feuerwehren des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen: Die insgesamt 80 Feuerwehren absolvieren um die 3000 Einsätze pro Jahr. Die 80 Feuerwehren haben insgesamt 3650 Aktive, die 52 Jugendfeuerwehren im Landkreis haben insgesamt 760 Mitglieder. Dazu kommen noch 6 Kinderfeuerwehren.
Der Bezirks-Jugendwart Benno Dierkes konnte von der Jugend- und Kinderarbeit der vergangenen Jahre nur positives berichten. Kleine Probleme wie die jährliche Statistik, die Bayerische Jugendleistungsprüfung und der Jugendwissenstest sind in Arbeit und werden sicher gelöst.
BOR Jürgen Schemmel von der SFS Würzburg referierte im Anschluss über die Konzeption und Neuausrichtung der Ölwehr in Bayern. Diese birgt durchaus Unterschiede zu den tradierten Konzepten.
Den zweiten Teil der Herbstdienstversammlung am nächsten Tag eröffnete Hannes Eitzenberger, der 1. Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands, mit aktuellen News aus dem LFV. Ende vergangenen Jahres hatten die bayerischen Feuerwehren 331.884 aktive Mitglieder sowie 54756 Jugendliche und 33640 Kinder. Die Facharbeit wurde weiter gestärkt mit der Gründung des Fachbereichs 14 mit dem Thema "CBRN" im September 2026. Überaus erfolgreich war auch die Mitwirkung bei der Sammelbeschaffung "LF 10 Bayern": 179 Fahrzeuge wurden mittlerweile von den bayerischen Kommunen verbindlich bestellt. Ab 2027 soll dann der Bau der Fahrzeuge beginnen.
Dr. Krämer vom Landratsamt Traunstein referierte zu den beiden Katastrophenfällen rund um Bergwaldbrände aus Sicht der Verwaltungsbehörde: Braucht man den Katastrophenfall, welche Folgen hat die Ausrufung des K-Falls, welche Probleme sind damit verbunden.
Die zweite Hälfte dieses Vortrags wurde gehalten von KBR Christof Grundner, der als ÖEL bei dieser Lage tätig war. Auch seine Ausführungen waren sehr interessant, insbesondere über den Einsatz modernster Technik wie GPS-Trackern und Schwerlastdrohnen. Ergänzend dazu zeigte Jörg Häusler, Referent für Katastrophenschutz der Bergwacht Bayern, das Leistungsspektrum der Bergwacht.